Brigitte Reimann: Die Denunziantin



"Brigitte springt mir aus jeder Zeile entgegen"

Irmgard Weinhofen





Brigitte Reimann hat die Urfassung der "Denunziantin" 1952 begonnen und 1953 vollendet.

Genau dieses Buch, ihr erster Roman, sollte ihr denkwürdiger Schritt auf die literarische Bühne werden, doch das misslang. Die DDR-Verlage druckten ihn nicht.

Zu individualistisch, zu schillernd sei die Hauptperson der Eva Hennig geraten; schlicht einer überzeugten sozialistischen Heldin nicht würdig, lautete eine der vielen Begründungen.

Die jetzt vorliegende Erstausgabe ist jene Urfassung, die Brigitte Reimann selbst am meisten am Herzen lag. Sie ist authentisch in Sprache, Stil und politischer Einstellung der damals überzeugten FDJlerin und Neulehrerin und gleichzeitig ein aufschlussreiches Zeitdokument zum DDR-Alltag der 1950er Jahre und zur frühesten Schaffensphase der Autorin.

Fast wäre der Roman in den Archiv-Schubladen der Literaturgeschichte vergessen worden. Aber nur fast.

Das Buch erscheint zur Einstimmung auf das "Reimann-Jahr" 2023, in dem die Autorin 90 Jahre alt geworden wäre und sich ihr Todestag zum fünfzigsten Mal jährt.