Aktuelles


Diese Website widmet sich Brigitte Reimann, Siegfried Pitschmann und Schriftstellern in ihrem Umfeld. Sie widerspiegelt meine mehr als zwanzigjährige Forschungstätigkeit zum Thema und die daraus hervorgegangenen Publikationen.

Dazu gehören auch kurzgehaltene Biografien der Schriftstellerinnen und Schriftsteller, mit denen ich mich in diesem Zusammenhang beschäftigt habe. Aktuell sind das Brigitte Reimann, Siegfried Pitschmann, Wolfgang Schreyer und Reiner Kunze.

Im Rahmen meiner Forschungen stoße ich immer wieder auf Fakten, die abseits der bekannten Rezeptionspfade Biografie und Werk Brigitte Reimanns, Siegfried Pitschmanns und ihrer Schriftstellerkolleginnen und -kollegen miteinander verknüpfen: vermeintliche Kleinigkeiten, die interessante Zusammenhänge herstellen oder sympathische Details entdecken. Fast alle verwende und veröffentliche ich in meinen Büchern, Zeitschriftenaufsätzen und Vorträgen. Manchmal sind sie dort allerdings etwas versteckt in Nachworten und Anmerkungen oder in Fachpublikationen, die dem breiten Lesepublikum nicht so bekannt sind. Deshalb lade ich Sie ein, mit mir in „Wussten Sie schon, ...“ auf Entdeckungsreise zu gehen.

Wussten Sie schon, ...

..., was sich hinter der vom Ministerium für Staatssicherheit der DDR verwendeten Bezeichnung „Romeo“ verbarg – und was das mit Brigitte Reimann zu tun hatte? 
Bis zu seinem Lebensende vermutete Siegfried Pitschmann, Hans Kerschek wäre von der Staatssicherheit als sogenannter „Romeo“ bewusst damit beauftragt worden, seine Ehe mit Brigitte Reimann zu zerstören. Diese Vermutung war nicht ganz unbegründet, denn die fast vier Jahre währende „ménage à trois“ zwischen Reimann, Pitschmann und Kerschek führte schließlich zur Scheidung von Brigitte Reimann und Siegfried Pitschmann am 13. Oktober 1964, der am 27. November desselben Jahres fast nahtlos die Eheschließung Reimanns mit Kerschek folgte. Als „Romeo“ wurden Spione bezeichnet, deren Aufgabe darin bestand, mit einer vorgegebenen Zielperson eine Liebesbeziehung einzugehen, um diese beispielsweise zur „Abschöpfung“ von nachrichtendienstlich interessanten Informationen zu benutzen. „Romeos“ sahen gut aus, waren sehr intelligent und hatten eine starke sexuelle Ausstrahlung. All dies traf – zumindest in Brigitte Reimanns Augen – ganz besonders auf Hans Kerschek zu. 
Vor der Herausgabe des Briefwechsels zwischen Brigitte Reimann und Siegfried Pitschmann galt es deshalb, diese im Raum stehende Frage zu klären. Hierfür wurden seitens der Herausgeberin die MfS-Unterlagen zu Hans Kerschek eingesehen. Das Ergebnis der Recherche belegt eindeutig, dass sich anhand der vorhandenen Dokumente im Archiv des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) Siegfried Pitschmanns Vermutung nicht belegen lässt. Die Verpflichtungserklärung des IM „Ewald“ alias Hans Kerschek ist datiert auf den 2. Oktober 1968(Archiv BStU, MfS, BV Cottbus AIM 228/79 Bd. I, Seite 17.), einen Zeitpunkt, an dem Brigitte Reimann bereits vier Jahre Kerscheks Ehefrau war. Am 18. November 1968 verließ die Schriftstellerin Hoyerswerda und zog nach Neubrandenburg. Hans Kerschek folgte ihr nicht, sondern ging stattdessen eine neue Beziehung ein.
Weiterlesen in: "Wär schön gewesen!" Der Briefwechsel zwischen Brigitte Reimann und Siegfried Pitschmann

Aufsätze zu verschiedenen Themen bieten jeweils als Volltexte Einblick in meine Forschungsergebnisse. Veröffentlichungen, auch auszugsweise, oder jedwede sonstige Verwendung des Materials, sind nur mit meiner ausdrücklichen schriftlichen Genehmigung gestattet.