Aktuelles

Diese Website widmet sich Brigitte Reimann und Schriftstellern in ihrem Umfeld. Sie widerspiegelt meine mehr als zwanzigjährige Forschungstätigkeit zum Thema und die daraus hervorgegangenen Publikationen. Dazu gehören auch kurzgehaltene Biografien der Schriftstellerinnen und Schriftsteller, mit denen ich mich in diesem Zusammenhang beschäftigt habe. Aktuell sind das Brigitte Reimann, Siegfried Pitschmann, Wolfgang Schreyer und Reiner Kunze.

In der Rubrik „Wussten Sie schon, ...“ stelle ich Ihnen Neuentdeckungen und bisher unbekannte Details zu Brigitte Reimann und ihren Schriftstellerkollegen vor. Etwa monatlich oder aus aktuellem Anlass wird es auf der Seite „Aktuelles“ einen neuen Post dazu geben. Alle bisherigen Einträge werden auf der Archivseite „Wussten Sie schon, ...“ gesammelt.

Aufsätze zu verschiedenen Themen im Zusammenhang mit Brigitte Reimann bieten jeweils als Volltexte Einblick in meine Forschungsergebnisse. Veröffentlichungen, auch auszugsweise, oder jedwede sonstige Verwendung des Materials, sind nur mit meiner ausdrücklichen schriftlichen Genehmigung gestattet. Der Titel des ersten Aufsatzes lautet: „Wie die Ankunftsliteratur zu ihrem Namen kam“.


Wussten Sie schon, ...


..., dass in nahezu allen literarischen Texten Siegfried Pitschmanns, der am 12. Januar 2019 89 Jahre alt geworden wäre, eine Uhr vorkommt?


Die Ausbildung beim Mühlhäuser Uhrmacher Gottfried Rost prägte Siegfried Pitschmann so sehr, dass er in fast allen literarischen Werken und Zeichnungen Detailinformationen zu Uhren und ihrer Funktionsweise „versteckte“ und auch mehrere (veröffentlichte und unveröffentlichte) Erzählungen zum Thema schrieb.


Eine Auswahl von Pitschmanns Zeichnungen findet sich in „Wär schön gewesen!“ (Briefwechsel mit Brigitte Reimann) und „Siegfried Pitschmann in Mühlhausen“.


Neuerscheinung / November 2018

Inspiriert von Reiner Kunzes 85. Geburtstag am 16. August 2018 erschien in der traditionsreichen „Edition Toni Pongratz“ der Essay „Der Brief als solcher würde sich geehrt fühlen“. Der Essay beleuchtet aus verschiedenen Perspektiven Reiner Kunzes ungewöhnliches Verhältnis zur Post. Zitate Reiner Kunzes und Gedichtauszüge bilden den roten Faden, der sich durch den gesamten Essay zieht.



Kristina Stella
Der Brief als solcher würde sich geehrt fühlen – Reiner Kunze zum 85. Geburtstag
Hauzenberg: Edition Toni Pongratz 2018, ISBN 978-3-945823-06-4, 29 Seiten, Klappenbroschur, zahlreiche Illustrationen, EUR 12.00
Edition Toni Pongratz

Die Buchausgabe in einer nummerierten und signierten Auflage von 500 Exemplaren ist mit bisher unveröffentlichten, individuell gestalteten Briefumschlägen Reiner Kunzes illustriert, die eigene Bildergeschichten erzählen und seit DDR-Zeiten eine Tradition in der Familie Kunze sind. Die Original-Briefumschläge befinden sich im Archiv der Reiner und Elisabeth Kunze-Stiftung in Obernzell-Erlau.
Reiner und Elisabeth Kunze-Stiftung

Aus dem Buch: Ernst Jandl??? Absender unbekannt!

Die gesamte Post der DDR durchlief in deren zentralen Postämtern die dort getarnt arbeitenden Stasi-Kontrollstellen. Briefe, die anhand ihres Absenders, der Empfängeradresse oder ihrer äußeren Merkmale verdächtig erschienen, wurden geöffnet, kopiert, wieder verschlossen und weiterbefördert oder einbehalten: „Briefe ihr / weißen läuse im / pelz des vaterlands, wartet, / die post ist / ein kamm!“ (R. Kunze)

Röntgentechnik, Brieföffnungsautomaten und Briefschließmaschinen sorgten seit den 1970er Jahren für die zuverlässige Erfüllung des Plansolls der Überwachungsmaschinerie, die auf politisch Andersdenkende ihre besondere Aufmerksamkeit richtete. Ganz speziell auf jene, die offen und kritisch ihre Meinung äußerten wie Reiner Kunze: „Auch die briefe, die wir / schweigen, werden / durchleuchtet“. (R. Kunze)

Feind ist, wer anders denkt! Das ganze Ausmaß offenbarte sich Reiner Kunze allerdings erst nach Auswertung seiner 24bändigen MfS-Akte im Jahr 1990. Manche Briefe bekam er dort erstmals zu Gesicht – exemplarische Beispiele des Intelligenzniveaus mancher Stasi-Mitarbeiter inklusive. Handschriftliche Bemerkung auf dem Umschlag eines konfiszierten Briefs von Ernst Jandl aus Wien an Reiner Kunze: „Absender unbekannt“.
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