Für die Verlage war der Roman fordernder, auch im Angesicht der noch offenen Grenzen, als sie es vertreten konnten oder wollten; die Autorin und ihr Roman erschien ihnen entschiedener sozialistisch, als sie es ihrem Publikum zuzumuten wagten.
Rüdiger Bernhardt. Unsere Zeit, 06.02.2023
Wer „Die Denunziantin“ liest, bekommt eine Vorstellung davon, welchen Weg die gefeierte DDR-Schriftstellerin zurückgelegt hat – von der holprigen, politisch naiven Debütantin bis zur Verfasserin des unvollendet gebliebenen Romans „Franziska Linkerhand“.
Frank Quilitzsch. Thüringer Allgemeine, 05.01.2023
In October Reimann's unpublished debut novel, „Die Denunziantin“ („The Denunciator“), which she started writing at 19 and which was so thoroughly censored that Reimann had given up on it, was published for the first time, having been discovered in the Reimann archive in Neubrandenburg by the editor and Reimann specialist Kristina Stella.
The Guardian, 04.01.2023
Irmtraud Gutschke. Neues Deutschland, 19.12.2022
In „Die Denunziantin“ ist alles frisch und rein – außer den überkommenen Resten der vergangenen Ordnung. Gegen die kämpft Eva, Abiturientin, Tochter eines Antifaschisten, der von den Nazis ermordet wurde, aber verliebt in einen Jungen, der fesche Westklamotten mag und dessen Vater in West-Schiebergeschäfte verwickelt ist. Das verhängnisvolle Wort von der Wachsamkeit geht um. Obwohl nie von ihm die Rede ist, geht Stalin durch alle Auseinandersetzungen.
Norbert Wehrstedt. Leipziger Volkszeitung, 16.12.2022
Ihre Liebes- und Ehegeschichte [von Brigitte Reimann und Siegfried Pitschmann – K.S.], die nur wenige Jahre Bestand haben sollte, ist durch einen intensiven Briefwechsel, durch die währenddessen entstandenen Werke beider Autoren und durch Brigitte Reimanns berühmt gewordenes Tagebuch für heutige Leser lebendig und sehr plastisch geworden. Die Jahre zuvor, diejenigen, deren Tagebuchnotate Reimann dem Feuer übergeben hatte, sind es weit weniger. Auch deshalb ist das Erscheinen von Reimanns erstem Roman, „Die Denunziantin“, den Kristina Stella jetzt aus dem Nachlass herausgegeben hat, so vielversprechend – eines jener „Bücher, die nie erschienen sind“, und unter ihnen wohl das wichtigste […]
Tilman Spreckelsen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2022
Liebe und Verrat. Erstens, die Denunziation, und, zweitens, die Erfahrung, eine Denunziantin zu sein, treiben den Roman an, der ein Schul- und Schülerroman ist – und ein sozialistisches Märchen, so stereotyp geht die Zeichnung der Charaktere und der politisch läuternde Verlauf der Handlung voran. Aber die Alltagselemente machen das wendungsreiche Geschehen interessant bis in die lebensnahe Sprache.
Christian Eger. Mitteldeutsche Zeitung, 08.11.2022
Was für ein Stoff! Was für ein Ton! Was für ein unbekümmertes frisches Talent! Brigitte Reimann war 19, als sie den Text begann.
Karin Grossmann. Sächsische Zeitung, 02.11.2022
Erst jetzt, 70 Jahre später, hat die Publizistin Kristina Stella die Urfassung, „Reimanns Lieblingsfassung“ in einem sorgfältig kommentierten Band herausgegeben.
Erst jetzt, 70 Jahre später, hat die Publizistin Kristina Stella die Urfassung, „Reimanns Lieblingsfassung“ in einem sorgfältig kommentierten Band herausgegeben.
Frank Wilhelm. Nordkurier, 29.10.2022